Winfried Bönig

Winfried Bönig wurde 2001 zum Domorganisten in Köln berufen und leitet als Professor für künstlerisches Orgelspiel und Improvisation seit 1998 den Studiengang Katholische Kirchenmusik an der Musikhochschule Köln. Seinen ersten Orgelunterricht erhielt der 1959 geborene Bamberger mit 13 Jahren beim Domorganisten seiner Heimatstadt, Wolfgang Wünsch, bevor er 1978 in die Orgelklasse von Franz Lehrndorfer an der Münchener Musikhochschule aufgenommen wurde.


Nach dem mit Auszeichnung abgelegten Examen erlangte er Abschlüsse im Dirigieren sowie das Meisterklassendiplom für Orgel. An der Universität Augsburg folgte das Studium der Fächer Musikwissenschaft, Geschichte und Musikerziehung. Seine Doktorarbeit von 1992 (bei Professor Franz Krautwurst) beschäftigte sich mit der süddeutschen Kantate zur Bach-Zeit, einem bis dahin noch weitgehend unerforschten Bereich der protestantischen Kirchenmusik.


Seine künstlerische Tätigkeit begann Bönig in Memmingen, wo er von 1984 bis 1998 als Organist und Dirigent an der dortigen Hauptkirche Sankt Josef wirkte. Unter anderem spielte Bönig einen Zyklus der gesamten Orgelwerke Bachs in 15 Konzerten. Für seine musikalische Arbeit wurde ihm 1995 der „Kulturpreis der Stadt Memmingen“ verliehen. Konzerteinladungen führen ihn Jahr für Jahr in alle Welt. Daneben ist er auch immer wieder als Dirigent tätig. 


Bönig war und ist Interpret zahlreicher Uraufführungen von Werken, die ihm Komponisten widmeten, so beispielsweise von Enjott Schneider, Jean Guillou, Stephen Tharp, Colin Mawby, Robert HP Platz, Daniel Roth und Peter Planyavsky. Schon seine erste CD mit Orgelwerken von Dietrich Buxtehude, erschienen 1988, wurde von der europäischen und der amerikanischen Musikkritik begeistert rezensiert. Zahlreiche weitere Aufnahmen − als Organist und Dirigent – folgten und summieren sich inzwischen zu einer langen Diskografie unterschiedlichster Repertoires. Große Beachtung fanden die Einspielungen der Orgeln im Kölner Dom sowie eine CD mit einer eigenen Transkription von Bachs Goldberg-Variationen.